Über uns

Über uns

APSTA ist Österreichs führendes Netzwerk für Expert:innen im Bereich der psychedelischen Forschung und Therapie. Unser Ziel ist es, Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen, Psycholog:innen und Exert:innen weiterer Disziplinen zu vernetzen und den Austausch von Wissen, Best Practices und wertvollen Erfahrungen zu fördern.

Als Fachgesellschaft von und für medizinische und therapeutische Berufsgruppen stehen wir für wissenschaftliche Integrität und ethisches Handeln. Wir engagieren uns für eine sichere und verantwortungsvolle Praxis im Umgang mit Psychedelika und bieten eine Plattform für einen offenen und respektvollen Dialog unter Expert:innen. Unser Netzwerk ermöglicht es, neue Erkenntnisse zu gewinnen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam an der Entwicklung eines zukunftsweisenden Verständnisses der psychedelischen Forschung zu arbeiten.

Mission

Mission

Als treibende Kraft der psychedelischen Forschung und Therapie setzen wir klare Impulse. Die dynamische Entwicklung dieses Feldes erfordert klare Strukturen und Handlungsfelder. Wir konzentrieren unsere Aktivitäten daher auf drei Kernbereiche:

Mission

Netzwerk & Austausch

Wir bringen Expert:innen zusammen und fördern den interdisziplinären Austausch, um neue Impulse in der psychedelischen Therapie und Forschung zu setzen.

Richtlinien & Standards

Wir formulieren ethische Richtlinien und Standards als Grundlage für die sichere und effektive Anwendung psychedelischer Substanzen in Therapie und Forschung.

Aufklärung & Dialog

Wir informieren über Chancen und Herausforderungen der psychedelischen Therapie, um eine evidenzbasierte gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema zu fördern.

Netzwerk & Austausch

Wir bringen Expert:innen zusammen und fördern den interdisziplinären Austausch, um neue Impulse in der psychedelischen Therapie und Forschung zu setzen.

Aufklärung & Dialog

Wir informieren über Chancen und Herausforderungen der psychedelischen Therapie, um eine evidenzbasierte gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema zu fördern.

Richtlinien & Standards

Wir formulieren ethische Richtlinien und Standards als Grundlage für die sichere und effektive Anwendung psychedelischer Substanzen in Therapie und Forschung.

Leitbild

Leitbild

Wir setzen uns für höchste Standards in der Erforschung und Therapie mit psychedelischen Substanzen ein.
Unsere ethischen Grundsätze dienen als Kompass für eine verantwortungsvolle, transparente und sichere Praxis. Durch regelmäßige Reflexion und Supervision gewährleisten wir das Wohl der Patient:innen und fördern eine zeitgerechte Haltung, die sich an gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklungen orientiert.

Wissenschaft-lichkeit

Unsere Arbeit basiert auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Daher fördern und unterstützen wir auch Forschungsprojekte von höchster Qualität.

Wissenschaftlichkeit

Unsere Arbeit basiert auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Daher fördern und unterstützen wir auch Forschungsprojekte von höchster Qualität.

Ethisches Handeln

Wir handeln nach den höchsten ethischen Standards – stets im Interesse unserer Patient:innen und zum Wohle der Gesellschaft.

Transparenzund Bildung

Wir engagieren uns für eine offene und transparente Aufklärung der Öffentlichkeit über die Potenziale und Risiken psychedelischer Therapien.

Interdisziplinarität

Durch die Förderung des Austauschs zwischen einer Vielzahl von Fachdisziplinen schaffen wir die Grundlage für zukünftige Innovationen in der psychedelischen Therapie.

Vorstand

Vorstand

Eva Gallacher, BA.pth., MAS, MBA

Vorsitzende

Eva Gallacher ist Psychotherapeutin in freier Praxis in Wien und Mödling und hat die 2-jährige Ausbildung in Augmentierter Psychotherapie bei der MIND Foundation in Berlin absolviert. Mit dem Thema Psychedelika beschäftigt sie sich auch wissenschaftlich an der Sigmund Freud Privatuniversität sowie an der Universität Zürich. Sie ist Mitglied der SÄPT und der DGPFT. Durch ihre langjährige Tätigkeit in der Klinischen Arzneimittelforschung ist sie außerdem unsere Spezialistin für Klinische Studien.

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Carolina Czizek, MSc, BSc, BSc (WU)

Generalsekretärin

Carolina Czizek hat einen BSc in IBWL, einen BSc in Psychologie und einen MSc in Cognitive Science und ist Gründerin von Lunar. Ihre Arbeit ruht auf drei Säulen: Harm-Reduction und Tripsitting auf Festivals als Teamleiterin, die Bereitstellung von Informationen bezüglich potenzieller, therapeutischer Nutzung von Psychedelika sowie psychedelische Forschung. Zudem gibt sie Workshops, um ihre Erfahrung im Tripsitting weiterzugeben. Mit ihrer Expertise fordert sie einen verantwortungsvollen Umgang mit Psychedelika und kombiniert wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Ansätzen.

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Johannes Jungwirth, Dr. med., Dr. med. univ., MAS

Medizinische Leitung

Johannes Jungwirth ist Oberarzt mit erweiterter Verantwortung an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK). Er leitet dort die Sprechstunde für Therapie-resistente Depression sowie das Ketaminambulatorium. Johannes hat 2023 erstmalig die klinische Anwendung von Psilocybin und MDMA an der PUK im Rahmen der limitierten medizinischen Anwendung aufgebaut und etabliert. Im Rahmen dieser Anwendung wurden seither mehrere Dutzend PatientInnen behandelt und entsprechende wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Er arbeitet seit 2019 in der Forschung mit Psilocybin zusammen mit Prof. Franz Vollenweider und Prof. Sebastian Olbrich.

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Dr. Claus Derganc

Kassier

Claus Derganc verbindet in seiner Arbeit traditionelle Medizin mit innovativen Therapieansätzen und setzt sich aktiv für die verantwortungsvolle Anwendung von Ketamin-augmentierter Psychotherapie ein. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Fabian Unterhofer hat er 2026 das Zentrum für augmentierte Therapie in 1060 Wien gegründet, in dem Ketamin augmentierte Therapie angeboten wird.

  • Arzt für Allgemeinmedizin
  • Notfallmedizin, Psychosoziale Medizin, Psychosomatische Medizin (i.A.)
  • Augmentierte Psychotherapie – MIND Foundation Berlin (i.A.)
  • Zentrum für augmentierte Therapie Wien
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Dr. Fabian Unterhofer

Chief Technical Officer

Dr. Fabian Unterhofer kombiniert in seiner Praxis evidenzbasierte Medizin mit innovativen Therapieansätzen, um ganzheitliche Heilungsprozesse zu fördern und individuell auf die Bedürfnisse seiner Patient*innen einzugehen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Claus Derganc hat er 2026 das Zentrum für augmentierte Therapie in 1060 Wien gegründet, in dem Ketamin augmentierte Therapie angeboten wird.

  • Arzt für Allgemeinmedizin
  • Notfallmedizin, Psychosoziale Medizin, Psychosomatische Medizin (i.A.)
  • Augmentierte Psychotherapie – MIND Foundation Berlin
  • Zentrum für augmentierte Therapie Wien
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Mag. Marlene Rupp

Psychedelic Therapy and Integration

Als Psychotherapeutin und Coach in Wien begleitet Marlene Rupp seit 2018 Menschen bei ihren psychedelischen Erfahrungen. Ihr integrativer Ansatz verbindet Gestalttherapie mit Bindungstheorie, Embodiment, ACT und buddhistischer Philosophie. Als Mitgründerin der Psychedelic Society Vienna und PsyCare Austria engagiert sie sich durch Vorträge, Community- und Medienarbeit für die Etablierung Substanz-begleiteter Psychotherapie in Österreich.

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A. Univ. Prof. Dr. Thomas Slunecko, Mag. rer. nat., Dr. phil. habil.

wissenschaftliche Positionierung und Vernetzung

Thomas Slunecko ist Psychotherapeut, klinischer Psychologe, Professor an der Psychologischen Fakultät der Universität Wien und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kulturpsychologie und qualitative Sozialforschung. In seiner Arbeit verbindet und balanciert er human-, sozial- und naturwissenschaftliche Perspektiven auf die Forschung und die therapeutische Praxis mit Psychedelika.

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Mag. phil. Dr. med. univ. Laurin Mauracher

Erster Rechnungsprüfer

Laurin Mauracher ist ambulanzführender Facharzt der Medizinischen Universität Innsbruck (MUI), wo er die Allgemeine Psychiatrische Ambulanz und die Sprechstunde für Elektrokonvulsionstherapie leitet. Seine Forschungs- und Behandlungsschwerpunkte sind schwere und therapieresistente depressive und bipolare Erkrankungen, strukturelle und funktionelle Hirnbildgebung, Alkoholabhängigkeit sowie nichtinvasive Hirnstimulation. In diesem Rahmen hat er die erste psychiatrische Anwendung von Esketamin an der MUI durchgeführt. Weiters ist er als Podcaster und Wissenschaftskommunikator tätig.

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FAQ

FAQ

Häufige Fragen zur Psychedelika-assistierten Therapie — wissenschaftlich fundiert, Stand August 2026.

Grundlagen
01Was sind Psychedelika?

Psychedelika sind eine chemisch heterogene Gruppe von Substanzen, die das Bewusstsein, die Wahrnehmung, das Denken und die Emotionsverarbeitung vorübergehend verändern können. Dazu zählen „klassische“ Psychedelika wie Psilocybin (in „Magic Mushrooms“), LSD oder DMT, aber auch MDMA („Ecstasy“), das als Entaktogen bzw. Empathogen bezeichnet wird.

Die „klassischen“ Psychedelika wirken primär über den Serotonin-2A-Rezeptor (5-HT2A) im Gehirn, was zu einer erhöhten neuronalen Plastizität und einer vorübergehenden Entkopplung des Default Mode Network (DMN) führen kann. Das DMN ist ein Gehirnnetzwerk, das für Selbstreflexion, aber auch Grübeln verantwortlich ist. Durch diese Entkopplung können Psychedelika in therapeutischem Kontext bei manchen Menschen emotionale Blockaden lösen, neue Perspektiven ermöglichen und therapeutische Prozesse fördern.

Psychedelika werden seit Jahrhunderten in rituellen und spirituellen Kontexten verwendet. Heute erleben sie eine sogenannte Renaissance in der Psychiatrie und Psychotherapie, insbesondere bei der Behandlung von therapieresistenten Depressionen, Angsterkrankungen, posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) oder Substanzgebrauchsstörungen und Sucht. Klinische Studien zeigen, dass sie bei manchen Personen mit psychischen Erkrankungen schnelle und teilweise nachhaltige Effekte bewirken können.

02Wie wirken Psychedelika im Gehirn?

Psychedelika bewirken im Gehirn eine tiefgreifende, aber vorübergehende Veränderung der neuronalen Aktivität und Kommunikation. Klassische serotonerge Psychedelika wirken primär über den Serotonin-2A-Rezeptor (5-HT₂A), was zu mehreren zentralen Effekten führt:

Im Mausmodell fördern sie eine erhöhte neuronale Plastizität, also die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zwischen Nervenzellen zu bilden. Dies geschieht durch die Stimulation der Bildung von Synapsen und die Aktivierung von Genen, die für neuronales Wachstum verantwortlich sind. Beim Menschen deuten Bildgebung und Biomarker auf ähnliche Prozesse hin. Diese erhöhte Plastizität könnte zur Flexibilisierung starrer Denk- und Verhaltensmuster beitragen – wie sie etwa bei Depressionen, Ängsten oder Substanzgebrauchsstörungen vorkommen.

Ein weiterer zentraler Mechanismus ist die vorübergehende Entkopplung des Default Mode Network (DMN), eines Hirnnetzwerks, das für Selbstreflexion, Grübeln und egozentriertes Denken verantwortlich ist. Psychedelika reduzieren die Aktivität und Konnektivität dieses Netzwerks, was zu einer Lockerung starrer selbstbezogener Überzeugungen betragen kann. Dies kann therapeutische Prozesse ermöglichen, da Patient*innen tief verwurzelte Überzeugungen (z. B. „Ich bin wertlos“) temporär „lockern“ und neue Perspektiven entwickeln können.

Empathogene Psychedelika fördern die Freisetzung der Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und – im Fall von MDMA – Oxytocin, was emotionale Öffnung, Vertrauen und reduzierte Angst begünstigt. Diese neurobiologischen Effekte, kombiniert mit psychotherapeutischer Begleitung, ermöglichen es, traumatische Erinnerungen zu bearbeiten.

03Was versteht man unter Psychedelika-assistierter Therapie (PAT)?

Psychedelika-assistierte Therapie (PAT) ist ein innovatives, gut erforschtes Behandlungsverfahren, bei dem akut wirkende psychoaktive Substanzen wie Psilocybin, MDMA oder LSD in einem kontrollierten, therapeutischen Setting eingesetzt werden, um psychische Erkrankungen zu behandeln. Im Gegensatz zu herkömmlichen Medikamenten, die täglich eingenommen werden, erfolgt die Gabe der Substanz bei PAT nur ein- bis mehrmals im Rahmen eines strukturierten psychotherapeutischen Prozesses. Der Kern von PAT liegt in der Kombination aus pharmakologischer Wirkung und psychotherapeutischer Begleitung, die gemeinsam tiefgreifende psychologische Veränderungen ermöglichen.

Eine PAT besteht typischerweise aus drei Phasen:

  • Vorbereitung: Mehrere Sitzungen, in denen Indikation, Erwartungen, Ängste und therapeutische Ziele besprochen werden. Hier soll auch eine vertrauensvolle Therapeut*innen-Patient*innen-Beziehung aufgebaut werden, und es wird über mögliche herausfordernde Erfahrungen (z. B. Angst oder emotionale Überwältigung) aufgeklärt.
  • Verabreichung: Die Substanz wird in einem sicheren, geschützten Umfeld unter Aufsicht von spezialisierten Therapeut*innen eingenommen. Die Sitzung dauert je nach Substanz mehrere Stunden, in denen die Patient*innen den veränderten Bewusstseinszustand durchleben – oft mit Augenbinde und Musik (bei klassischen Psychedelika) oder im Gesprächskontakt (z. B. bei MDMA).
  • Integration: In den folgenden Wochen finden Nachsorgegespräche statt, um die gemachten Erfahrungen zu verarbeiten und in den Alltag zu übertragen. Diese Phase ist wichtig, um nachhaltige positive Veränderungen zu erreichen.

PAT zielt darauf ab, starre Denkmuster zu ändern, emotionale Blockaden zu lösen und neue Perspektiven zu ermöglichen. Studien zeigen, dass PAT schnelle und langanhaltende Effekte haben kann, wenn sie fachgerecht und sicher durchgeführt wird. Allerdings ist PAT kein Allheilmittel und erfordert eine sorgfältige Patient*innenauswahl, eine qualifizierte Begleitung und ein sicheres Setting.

Wissenschaft & Evidenz
04Bei welchen psychischen Erkrankungen wird PAT aktuell erforscht?

Psychedelika-assistierte Therapie (PAT) wird aktuell vor allem bei therapieresistenten und schwer behandelbaren psychischen Erkrankungen erforscht, bei denen herkömmliche Therapien nicht geholfen haben. Die meiste Evidenz liegt für folgende Indikationen vor:

  • Depressionen, insbesondere therapieresistente Formen, bei denen herkömmliche Antidepressiva und Psychotherapien nur unzureichend gewirkt haben.
  • Ein weiterer zentraler Forschungsbereich ist die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), eine Erkrankung, die durch traumatische Erlebnisse ausgelöst wird und oft mit wiederkehrenden Albträumen, Flashbacks und emotionaler Überflutung einhergeht.
  • Darüber hinaus wird PAT bei Substanzgebrauchsstörungen untersucht, vor allem bei Alkohol- und Tabakabhängigkeit. Diese Störungen sind häufig durch Rückfälle und eine hohe Therapieresistenz gekennzeichnet.
  • Weiters stehen Angststörungen im Fokus der Forschung, insbesondere soziale Phobien sowie existenzielle Verzweiflung, wie sie etwa bei Patient*innen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Krebs auftreten kann.
  • Auch bei Zwangs- und Essstörungen wird der Einsatz von PAT untersucht.
05Welche Substanzen werden in der PAT eingesetzt?

In der Psychedelika-assistierten Therapie (PAT) kommen vor allem klassische serotonerge Psychedelika und das Entaktogen//Empathogen MDMA zum Einsatz, die sich in ihrer chemischen Struktur und Wirkung unterscheiden. Zu den wichtigsten Substanzen zählen:

  • Psilocybin (4-Phosphoryloxy-N,N-Dimethyltryptamin): Es wirkt am 5-HT₂A-Rezeptor und führt zu Veränderungen in der Wahrnehmungen, im Denken, des Bewusstseins und des Gefühlserlebens und zu emotionalen, bisweilen als mystisch beschriebenen Durchbruchs-Erfahrungen. Es wird vor allem bei Depressionen und Substanzgebrauchsstörungen erforscht. Studien zeigen mitunter rasch eintretende antidepressive Effekte nach ein- bis zweimaliger Anwendung.
  • MDMA (3,4-Methylendioxy-N-Methylamphetamin) ist ein Entaktogen und fördert die Freisetzung von Serotonin, Dopamin und Oxytocin, was zu emotionaler Öffnung, Vertrauen und reduzierter Angst führt. MDMA wird besonders in der Traumatherapie (PTBS) eingesetzt, da es Patient*innen ermöglicht, belastende Erinnerungen ohne Überwältigung zu verarbeiten. Phase-3-Studien zeigen signifikante Reduktionen der PTBS-Symptome.
  • LSD (Lysergsäurediethylamid): Wirkt ähnlich wie Psilocybin, aber mit längerer Wirkdauer (8–10 Stunden). Es fördert Ego-Auflösung, kognitive Flexibilität und emotionale Verarbeitung. Historische Studien deuten auf Wirksamkeit bei Angsterkrankungen und Alkoholabhängigkeit hin.
  • 5-MeO-DMT: Ein kurz wirksames Tryptamin, das starke Ich-Auflösung und ggf. emotionale Durchbruchs-Erfahrungen auslöst. Erste Studien zeigen Potenzial etwa bei Depressionen. Aufgrund der kurzen Wirkdauer von ca. 30 Minuten ist die Substanz potenziell gut in etablierte klinische Tagesabläufe integrierbar. Die hohe Wirktiefe und der rasche Wirkungseintritt stellen jedoch ein potenziell herausforderndes Sicherheitsprofil dar, und belastbare klinische Daten sind nur begrenzt verfügbar.
  • Ketamin: Die Substanz blockiert N-Methyl-D-Aspartat (NMDA)-Rezeptoren und fördert ebenfalls Neuroplastizität. Sie ist kein klassisches Psychedelikum, zeigt aber klinisch ähnliche Wirksamkeit: Es ist in Österreich bereits zugelassen für therapieresistente Depression (als Esketamin-Nasenspray).

Diese Substanzen werden nicht isoliert, sondern in Kombination mit Psychotherapie eingesetzt. Die Wahl der Substanz hängt von der Indikation, Patient*innenprofil und therapeutischen Zielen ab. Während Psilocybin und MDMA aktuell die stärkste Evidenz aufweisen, werden andere Substanzen wie LSD oder DMT zunehmend erforscht.

Sicherheit & Eignung
06Welche Risiken und Nebenwirkungen können auftreten?

Psychedelika wie Psilocybin, LSD oder MDMA können prinzipiell akute und auch langfristige Nebenwirkungen verursachen. In kontrollierten therapeutischen Settings sind die Nebenwirkungen zumeist mild und vorübergehend. Die häufigsten akuten Nebenwirkungen von Psilocybin sind Kopfschmerzen (24 %), Übelkeit (22 %) sowie Schwindel und Müdigkeit (jeweils 6 %), die in der Regel leicht bis moderat ausfallen und schnell abklingen.

In seltenen Fällen können intensive emotionale Erlebnisse wie Angst, Dysphorie oder Paranoia („Bad Trips“) auftreten, die zwar meist kurzfristig sind, aber zu einer vorübergehenden Labilisierung oder Verschlimmerung der psychischen Symptome führen können. Die psychologischen Langzeitwirkungen von Psychedelika werden in der Forschung bisher vernachlässigt. Mögliche Risiken wie Stimmungsverschlechterungen oder der Verlust emotionaler Stabilität sind kaum untersucht – und könnten schwerwiegender sein als bisher angenommen.

Zu den schwerwiegenderen, aber seltenen Risiken gehören psychotische Episoden, die in modernen Studien aufgrund strenger Ausschlusskriterien (z. B. keine PAT für Patient*innen mit Psychose-Anamnese) kaum beobachtet werden. Historische Studien mit LSD zeigten jedoch in Einzelfällen psychotische Reaktionen, die länger als 48 Stunden anhielten, mit einer Prävalenz von 0,08–4,6 %, wobei psychiatrische Patient*innen besonders betroffen waren.

Psychedelika können während der akuten Wirkungen den Blutdruck vorübergehend erhöhen. Daher sollten Menschen, die bei einer Blutdrucksteigerung ein erhöhtes Risiko aufweisen, nicht behandelt werden. Hierzu gehören kürzlicher Herzinfarkt, kürzliche Hirnblutung oder ein arterielles Aneurysma. Siehe auch Punkt 8. Für wen ist PAT nicht geeignet.

Von einer HPPD („Hallucinogen Persisting Perception Disorder“ oder „Flashbacks“) spricht man, wenn Wochen oder Monate nach der Einnahme halluzinogener Substanzen unerwartet wiederkehrende, halluzinogenartige Wahrnehmungsveränderungen auftreten. In einer Untersuchung von Müller und Kollegen (2022) mit 142 gesunden Proband*innen, die LSD oder Psilocybin erhalten hatten, berichteten 13 Personen (9,2 %) von solchen „Flashbacks“. Allerdings wurden die Phänomene als mild und nicht klinisch relevant eingstuft und daher in keinem dieser Fälle eine HPPD diagnostiziert.. In anonymen Online-Umfragen zum nicht-medizinischen Konsum von LSD berichten immerhin 4% der Nutzer*innen von belastenden HPPD-Symptomen.

Ein weiteres Risiko betrifft Suizidgedanken, insbesondere in unsicheren oder nicht überwachten Umgebungen. Eine systematische Übersichtsarbeit von Zeifman und Kollegen zeigte, dass psychedelische Therapien in kontrollierten Settings Suizidalität verringern können. In einer klinischen Studie von Goodwin und Kollegen (2022) wurde hingegen beobachtet, dass in den Gruppen mit höher dosiertem Psilocybin häufiger Suizidgedanken und selbstverletzendes Verhalten auftraten als in der Kontroll-Gruppe. Epidemiologische Studien zum nicht-medizinischen Konsum liefern hier widersprüchliche Ergebnisse – einige deuten auf positive Effekte hin, andere zeigen keine klare Tendenz. Diese Beobachtungen unterstreichen, wie entscheidend „Set und Setting“ – also die mentale Verfassung der Betroffenen und die Umgebung – für die Sicherheit sind. Zudem betonen sie die Notwendigkeit, psychedelische Therapien stets in einen interdisziplinären, professionell begleiteten Rahmen einzubetten. Suizidrisiko erfordert zwingend strukturierte Abklärung, engmaschiges Monitoring und klare Krisenpläne.

Kognitive Beeinträchtigungen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und exekutive Funktionen können akut auftreten, während langfristige Auswirkungen unwahrscheinlich aber noch nicht vollständig geklärt sind. Bei Ketamin sind dissoziative Zustände, Bluthochdruck, Tachykardie und kognitive Defizite häufige akute Nebenwirkungen, die meist innerhalb von 90 Minuten abklingen. Bei chronischem Konsum von Ketamin können neurotoxische Effekte, Harnblasen- und Nierenschäden sowie kognitive Defizite auftreten, während diese Risiken bei medizinisch kontrollierter Anwendung bisher nicht beobachtet wurden.

Zusammenfassend sind Psychedelika in klinischen Settings sicher, aber Risiken wie akute psychische Krisen oder emotionale Labilisierung müssen durch strenge Auswahlkriterien, medizinische Überwachung und psychotherapeutische Begleitung minimiert werden.

07Kann PAT Abhängigkeit verursachen?

Aufgrund der pharmakologischen Eigenschaften der verwendeten Substanzen führt PAT nicht zu körperlicher Abhängigkeit.

„Klassische“ serotonerge Psychedelika wie Psilocybin, LSD und DMT haben ein geringes Abhängigkeitspotenzial. Im Gegensatz zu Substanzen wie Kokain oder Amphetaminen, die direkt auf das Dopaminsystem wirken und so Abhängigkeit erzeugen, beeinflussen Psychedelika vor allem das Serotoninsystem. Dadurch kommt es nicht zu körperlicher Abhängigkeit oder Entzugserscheinungen. Auch eine psychische Abhängigkeit, die zu täglichem Konsum führt, ist sehr selten und bisher kaum beschrieben, da Psychedelika meist einmalig oder in großen Abständen eingenommen werden. Das relevante Abhängigkeitspotenzial des Dissoziativums Ketamin ist hingegen gut belegt. Daher scheint auch hier die Bedeutung des therapeutischen Settings wesentlich.

08Für wen ist PAT nicht geeignet?

Psychedelika-assistierte Therapie (PAT) ist keine Standardtherapie und nicht für alle Menschen geeignet. Bestimmte Personengruppen sollten PAT nicht durchführen, da das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen oder Komplikationen zu hoch ist.

Absolut nicht geeignet ist PAT für:

  • Personen mit erhöhtem Psychose-Risiko: Schizophrenie, bipolare Störung oder Psychosen in der eigenen oder Familiengeschichte sind üblicherweise Ausschlusskriterien. Psychedelika können bei diesen Personen psychotische Episoden auslösen oder verschlimmern.
  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen: unzureichend eingestellter Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder schwere koronare Herzkrankheit sind Kontraindikationen, da Psychedelika vorübergehend Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen können.
  • Gefäßveränderungen: Bei zerebralen arteriellen Aneurysmata (Gefäßaussackungen der Gehirnschlagadern) kann die Blutdrucksteigerung zu lebensgefährlichen Blutungen führen, sodass diese ein Ausschlusskriterium darstellen.
  • Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen: Da serotonerge Psychedelika über die Leber abgebaut werden, können schwere Lebererkrankungen das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Es gibt keine Daten zur Sicherheit von Psychedelika für Ungeborene oder Säuglinge. Daher wird PAT in dieser Phase nicht durchgeführt.
  • Bei schweren Persönlichkeitsstörungen (z. B. Borderline-Persönlichkeitsstörung) besteht ein erhöhtes Risiko für Destabilisierung. Dies erfordert eine sorgfältige individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung, ein erfahrenes Team und ein besonders strukturiertes Setting. Akute suizidale Tendenzen: PAT kann vorübergehend die Stimmung verschlechtern. Bei akuter Suizidalität hat daher eine stabilisierende Behandlung Vorrang.

Relative Kontraindikationen:

  • Epilepsie: Psychedelika können das Risiko für Krampfanfälle erhöhen.
  • Eine ganze Reihe von Medikamenten sollen nicht mit Psychedelika kombiniert werden. Die Ko-Medikation muss daher im Einzelfall geprüft werden.
  • Alter unter 18 oder über 65 Jahre: Hier ist die Datenlage begrenzt, aber PAT ist für Personen dieser Altersbereiche nicht per se kontraindiziert. Gegebenenfalls fachärztliche/geriatrische Abklärung nötigenfalls Dosis- und Monitoring-Anpassung empfohlen.

Fazit: PAT ist eine spezialisierte Therapieoption für ausgewählte Patient*innen mit schwer behandelbaren psychischen Erkrankungen. Eine umfassende Eignungsprüfung ist unverzichtbar, um Risiken zu minimieren und die Sicherheit der Therapie zu gewährleisten. In klinischen Studien und Einzelfallbehandlungen wird dieses Screening streng nach Protokoll durchgeführt.

09Wie wird die Eignung für PAT überprüft?

Die Eignung für Psychedelika-assistierte Therapie (PAT) wird durch ein mehrstufiges Screening überprüft, das medizinische, psychologische und soziale Faktoren berücksichtigt. Ziel ist es, Risiken zu minimieren und sicherzustellen, dass die Therapie sicher und wirksam ist.

1. Medizinische Abklärung:

Körperliche Untersuchung:

  • Blutdruck, Herzfrequenz, EKG (Ausschluss von Herz-Kreislauf-Erkrankungen)
  • Laborwerte (Leber-, Nierenfunktion, Elektrolyte)
  • Gegebenenfalls Magnetresonanztomographie vom Kopf (cMRT) zum Ausschluss von Gefäßveränderungen wie Aneurysmata
  • Gegebenenfalls EEG zum Ausschluss einer Epilepsie

Medikamentenanamnese:

  • Ausschluss von Wechselwirkungen mit Ko-Medikation (z. B. MAO-Hemmer + serotonerge Psychedelika → Risiko für Serotonin-Syndrom).
  • Bestimmte Antidepressiva (z. B. SSRIs) können die Effekte klassischer Psychedelika abschwächen; die Evidenz ist heterogen. Im Einzelfall kann eine Anpassung erwogen werden, stets unter ärztlicher Aufsicht.

2. Psychiatrische und psychologische Bewertung:

Anamnese psychischer Erkrankungen:

  • Ausschluss von Psychosen, bipolarer Störung oder Schizophrenie (in der eigenen oder Familienanamnese).
  • Bewertung von Suizidalität (akute suizidale Tendenzen sind eine Kontraindikation).

Psychologische Tests:

  • Fragebögen zu Angst, Depression und Persönlichkeitsmerkmalen (z. B. BDI, STAI).
  • Bewertung der psychischen Stabilität (Fähigkeit, herausfordernde Erfahrungen zu verarbeiten).

Biografische Anamnese:

  • Traumata, wichtige Lebensereignisse und therapeutische Ziele werden besprochen.

3. Soziales und Umfeld-Screening:

Stabiles soziales Umfeld:

  • Unterstützung durch Angehörige oder Freund*innen ist wünschenswert.

Motivation und Erwartungen:

  • Realistische Erwartungen an die Therapie (keine „Wundermittel“-Erwartung).
  • Bereitschaft zur psychotherapeutischen Begleitung (Vorbereitung, Integration).

4. Praktische Vorbereitung:

  • Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen: Mündliche und schriftliche Einwilligung (Informed Consent).
  • Probesitzungen: 1–3 Vorbereitungssitzungen, um Vertrauen aufzubauen und Ängste zu besprechen.
  • Notfallplan: Kriseninterventionsstrategien für den Fall von akuten psychischen Reaktionen.

Fazit: Die Eignungsprüfung für PAT ist umfassend und individuell. Sie stellt sicher, dass nur geeignete Patient*innen die Therapie erhalten und Risiken minimiert werden. In klinischen Studien wird dieses Screening streng nach Protokoll durchgeführt.

Praktische Umsetzung
10Wie läuft eine PAT-Sitzung konkret ab?

Psychedelika-assistierte Therapie (PAT) ist ein strukturierter Prozess, der sich in der Regel in drei Phasen gliedert: Vorbereitung, Verabreichung und Integration. Jede Phase ist entscheidend, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie zu gewährleisten.

1. Vorbereitung

Die Vorbereitungsphase umfasst mehrere Sitzungen, in denen die Indikation, Erwartungen, Ängste und therapeutischen Ziele besprochen werden. Hier wird eine vertrauensvolle Therapeut*innen-Patient*innen-Beziehung aufgebaut. Inhaltlich werden biografische Inhalte, inklusive traumatischer Ereignisse und wichtiger Lebensereignisse, exploriert. Zudem wird über die zu erwartenden Effekte aufgeklärt, und es gibt ausreichend Gelegenheit für Fragen und die Bearbeitung von Ängsten. Besonders wichtig ist die Aufklärung über mögliche herausfordernde Erfahrungen und die Erarbeitung eines Plans, wie damit umgegangen werden kann.

2. Verabreichung

Die Einnahme der Substanz erfolgt in einem sicheren, geschützten Umfeld unter Aufsicht von spezialisierten Therapeut*innen. Die Sitzung dauert je nach Substanz mehrere Stunden (z. B. 4–7 Stunden bei Psilocybin, 8–10 Stunden bei LSD). Während dieser Zeit durchleben die Patient*innen den veränderten Bewusstseinszustand – oft mit Augenbinde und Musik (bei klassischen Psychedelika wie Psilocybin oder LSD) oder im teilweisen Gesprächskontakt (z. B. bei MDMA). Die Therapeuten begleiten den Prozess kontinuierlich und können bei akuten psychischen Reaktionen (z. B. Angst oder Desorientierung) unterstützend eingreifen.

3. Integration

In den Wochen nach der Sitzung finden Nachsorgegespräche statt, um die gemachten Erfahrungen zu verarbeiten und in den Alltag zu übertragen. Diese Phase ist entscheidend, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen. Die Patient*innen werden ermutigt, ihre Erfahrungen schriftlich oder künstlerisch festzuhalten. Die Veränderungen im Denken und Fühlen nach der psychedelischen Erfahrung sollen zu positiven Verhaltensänderungen genutzt werden.

Fazit:Eine PAT-Sitzung ist ein hochstrukturierter, sicherer und therapeutisch begleiteter Prozess. Die Vorbereitung, Verabreichung und Integration sind gleichermaßen wichtig, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie zu gewährleisten.

11Was bedeutet „Vorbereitung“ und „Integration“ – und warum sind sie so wichtig?

Vorbereitung:Die Vorbereitungsphase ist ein zentraler Bestandteil der Psychedelika-assistierten Therapie (PAT) und umfasst mehrere Sitzungen vor der eigentlichen Substanzgabe. In dieser Phase geht es darum, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Therapeut*innen und Patient*innen aufzubauen und die psychologische und physische Bereitschaft für die Erfahrung zu gewährleisten.

Inhalte der Vorbereitung:

  • Indikationsklärung: Es wird geprüft, ob PAT für die jeweilige Erkrankung (z. B. Depression, PTBS) geeignet ist.
  • Aufklärung über den Ablauf: Patient*innen werden detailliert über Wirkung, Dauer und mögliche Nebenwirkungen der Substanz informiert.
  • Erwartungsmanagement: Es wird besprochen, welche Erfahrungen möglich sind – sowohl positive als auch herausfordernde (z. B. Angst oder emotionale Überwältigung).
  • Biografische Exploration: Traumatische Ereignisse, wichtige Lebensereignisse und therapeutische Ziele werden thematisiert.
  • Notfallplan: Es wird ein konkreter Plan erarbeitet, wie mit schwierigen Erfahrungen umgegangen werden kann.

Warum ist die Vorbereitung so wichtig?Die Vorbereitung reduziert das Risiko von negativen Erfahrungen („Bad Trips“) und erhöht die Wirksamkeit der Therapie. Studien zeigen, dass eine gute Vorbereitung die Sicherheit und den therapeutischen Nutzen deutlich verbessert.

Integration:Die Integrationsphase beginnt direkt nach Abklingen der Substanzwirkung und erstreckt sich über Wochen bis Monate. In dieser Zeit werden die gemachten Erfahrungen reflektiert und in den Alltag übertragen.

Inhalte der Integration:

  • Reflexion der Erfahrung: In wöchentlichen oder 14-tägigen Sitzungen werden die Erlebnisse tiefgehend besprochen.
  • Schriftliche oder künstlerische Verarbeitung: Patient*innen werden ermutigt, ihre Erfahrungen z. B. in Tagebüchern, Zeichnungen oder Musik festzuhalten.
  • Übertragung in den Alltag: Die Veränderungen im Denken und Fühlen sollen zu konkreten Verhaltensänderungen führen (z. B. neue Bewältigungsstrategien bei Depressionen oder PTBS).
  • Arbeit mit herausfordernden Erfahrungen: Besonders schwierige oder belastende Erlebnisse werden therapeutisch aufgearbeitet.

Warum ist die Integration so wichtig?Ohne Integration können die Effekte der psychedelischen Erfahrung verpuffen. Studien zeigen, dass die Nachhaltigkeit der Therapie stark von der Qualität der Integration abhängt. Die Integration hilft, tiefgreifende Einsichten in langfristige Veränderungen umzusetzen.

Fazit: Ernsthafte Vorbereitung und Integration sind ebenso wichtig wie die Substanzsitzung selbst. Die Vorbereitung minimiert Risiken und maximiert die Wirksamkeit, während die Integration nachhaltige Veränderungen ermöglicht. Ohne diese Phasen wäre PAT weniger sicher und weniger wirksam.

12Wie viele Sitzungen sind typisch, und wie lange dauert eine vollständige PAT-Behandlung?

Psychedelika-assistierte Therapie (PAT) ist aus heutiger Sicht keine Dauermedikation, sondern ein zeitlich begrenztes, intensives Therapieverfahren. Die Anzahl der Sitzungen und die Gesamtdauer hängen von der Substanz, Indikation und dem individuellen Therapieplan ab. Eine vollständige PAT umfasst nicht nur die Substanzsitzungen, sondern auch Vorbereitung und Integration.

Fazit:Eine vollständige PAT-Behandlung dauert in der Regel 4–16 Wochen und umfasst 1–3 Substanzsitzungen sowie mehrere Vorbereitungs- und Integrationssitzungen. Die genaue Dauer hängt von der Substanz, Indikation und dem individuellen Therapieverlauf ab. Im Vergleich zu herkömmlichen Therapien (z. B. wöchentliche Psychotherapie über Monate/Jahre) ist PAT zeitlich kompakter, aber intensiver.

Rechtliches & Verfügbarkeit
13Wie ist der aktuelle rechtliche Status von Psychedelika und PAT in Österreich?

In Österreich sind Psychedelika wie Psilocybin, LSD, MDMA und DMT nach dem Suchtmittelgesetz (SMG, Anlage V) als nicht verschreibbare Betäubungsmittel eingestuft. Das bedeutet, dass ihr Besitz, ihre Herstellung und ihr Vertrieb grundsätzlich verboten sind. Allerdings gibt es Ausnahmen für medizinische und wissenschaftliche Zwecke, die eine Anwendung im Einzelfall ermöglichen.

Ketamin

Ketamin (als Esketamin-Nasenspray, z. B. Spravato®) ist ein Dissoziativum bzw. atypisches Psychedelikum, das in Österreich legal verschreibbar ist. Es ist für die Behandlung von therapieresistenter Depression zugelassen und wird unter ärztlicher Aufsicht verabreicht.

Klinische Studien

Psychedelika können im Rahmen von klinischen Studien eingesetzt werden, sofern diese von einer Ethikkommission und den zuständigen Behörden genehmigt wurden. In Österreich laufen derzeit einige Studien (z. B. an der Medizinischen Universität Wien oder am LKH Graz. In diesen Projekten wird die die Wirksamkeit und Sicherheit von Psychedelika bei verschiedenen Indikationen untersucht. Diese Studien unterliegen strengen regulatorischen Auflagen und werden vom BASG ((Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen) überwacht.

Aktuelle Praxis und Ausblick

  • Keine reguläre Anwendung von PAT: Mit Ausnahme von Ketamin gibt es in Österreich bislang keine reguläre klinische Praxis von PAT außerhalb von Studien.
  • Forschung und Pilotprojekte: Einige Forschungseinrichtungen arbeiten an der Implementierung von PAT, aber eine flächendeckende Einführung steht noch aus.
  • Internationale Vorbilder: Länder wie die Schweiz, Australien, Kanada, Deutschland und die Tschechische Republik zeigen, dass eine sichere und kontrollierte Implementierung von PAT möglich ist. In Österreich könnte ein ähnliches Modell (z. B. nach Schweizer Vorbild mit Einzelfallbewilligungen) eine Option sein.
  • Zukünftige Entwicklungen: Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach PAT in den kommenden Jahren steigen wird. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, müssen rechtliche Rahmenbedingungen und klare Standards für die Anwendung geschaffen werden.

Fazit: In Österreich sind Psychedelika grundsätzlich verboten, aber es gibt Optionen für klinische Studien unter strengen Auflagen. Ketamin als Dissoziativum ist legal verschreibbar. Eine reguläre Einführung von PAT erfordert noch rechtliche Anpassungen und die Etablierung von Qualitätsstandards. Die internationalen Erfahrungen zeigen jedoch, dass eine sichere und wirksame Implementierung möglich ist.

14Gibt es in Österreich bereits Anbieter für PAT?

In Österreich gibt es bereits einige Anbieter*innen für Ketamin-assistierte Therapie in Ordinationen und Ambulanzen, da Ketamin (beispielsweise als Esketamin-Nasenspray, z. B. Spravato®) das einzige legal verschreibbare Psychedelikum ist. Es ist für die Behandlung von therapieresistenter Depression zugelassen und wird unter ärztlicher Aufsicht verabreicht.

Aktuelle Situation (Stand Juni 2026):

Ketamin als Nasenspray (Spravato®) oder intravenös oder intramuskulär wird in spezialisierten psychiatrischen Ordinationen, Ambulanzen und Kliniken angeboten.

Die Verabreichung erfolgt unter strenger medizinischer Überwachung, da Ketamin dissoziative Effekte auslösen kann.

Voraussetzung: Patient*innen müssen eine diagnostizierte therapieresistente Depression haben und mit mindestens zwei Antidepressiva ohne Erfolg behandelt worden sein.

Kosten: Die Therapie wird teilweise von der Krankenkasse erstattet, allerdings können Zuzahlungen anfallen, je nach Setting und Versicherung.

Fazit:Ja, in Österreich gibt es bereits Anbieter*innen für Ketamin-assistierte Therapie in Ordinationen und Ambulanzen, da Ketamin (Spravato®) legal verschreibbar ist. Die Behandlung erfolgt unter ärztlicher Aufsicht und ist für therapieresistente Depressionen zugelassen. Eine flächendeckende Verfügbarkeit ist jedoch noch nicht gegeben, und die Kostenübernahme durch die Krankenkassen kann variieren.

15In welchen Ländern bzw. Bundesstaaten kann PAT bereits angewendet werden?

Aktuell ist weder Psilocybin, LSD oder MDMA weltweit als verschreibbares Medikament zugelassen. Der rechtliche Status von PAT variiert weltweit stark. In einigen Ländern gibt es bereits regulierte Zugangswege, während in anderen die Therapie nur im Rahmen von klinischen Studien oder Einzelfallgenehmigungen möglich ist. Hier ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen (Stand Juni 2026, Quelle: https://psychedelicalpha.com/resources/worldwide-psychedelic-laws/)

LandSubstanzIndikationRegulierungsmodellStatus (2026)
AustralienPsilocybin, MDMATreatment Resistant Depression/TRD (Psilocybin), PTBS (MDMA)Authorised Prescriber Scheme (TGA)Behandlung möglich seit Juli 2023 für autorisierte Psychiater*innen. Keine breite Verfügbarkeit, aber Einzelfallgenehmigungen möglich.
SchweizPsilocybin, MDMA, LSDDepression, PTBS, AngststörungenEinzelfallbewilligungen (BAG, Art. 8 Abs. 5 BetmG)Über 2.000 Bewilligungen seit 2014 (Stand 2026). aber Einzelfall-Genehmigungen für Therapien.
KanadaPsilocybin, MDMATherapieresistente ErkrankungenSpecial Access Program (SAP) + §56(1)-AusnahmeEinzelfallgenehmigungen möglich (seit 2022). erweiterte Nutzung in Studien.
USAMDMAPTBSExpanded Access Program (EAP) + klinische StudienFDA-Ablehnung 2024 (methodische Bedenken). Phase-3-Studien laufen.
DeutschlandPsilocybinTRDCompassionate Use-Programm (BfArM)Erstes Härtefallprogramm seit 2025 aktiv (Zentralinstitut Mannheim, OVID Klinik Berlin).
TschechienPsilocybinTRD, PTBS, andereSpecial Access möglich seit 2026 (Gesetzesänderung)Erste Kliniken bereiten Anwendung vor (Stand 2026). Keine flächendeckende Verfügbarkeit.
Oregon (USA)PsilocybinKeine medizinische IndikationReguliertes „Psilocybin Services“-ProgrammSeit 2023 aktiv (Oregon Health Authority). Nicht-medizinisch, aber lizenzierte Zentren.
Colorado (USA)PsilocybinKeine medizinische IndikationNatural Medicine Program (lizenzierte Zentren)Seit 2024 aktiv. Keine medizinische Indikation, aber regulierter Zugang.

Länder mit eingeschränktem Zugang (nur Forschung oder Einzelfallgenehmigungen)

  • Niederlande: Psilocybin-Trüffel sind legal, aber keine medizinische Anwendung in Therapieprogrammen.
  • UK: Forschung nur mit Sondergenehmigung (Schedule 1).
  • Portugal: Entkriminalisierung aller Drogen, aber kein therapeutischer Zugang zu Psychedelika.
  • Österreich: Ketamin (Spravato®) zugelassen, PAT mit anderen Psychedelika nur im Rahmen von Studien.

Fazit: elika können in einigen Ländern bereits medizinisch angewendet werden (z. B. Australien, Schweiz, Kanada, Deutschland, Tschechien), während in anderen nur eingeschränkte Zugangswege (z. B. über Einzelfallgenehmigungen oder Studien) bestehen. In Österreich kann bisher nur Ketamin legal verschrieben werden, während andere Substanzen wie Psilocybin oder MDMA noch nicht verfügbar oder regulär zugelassen sind. Die internationale Entwicklung zeigt jedoch, dass eine schrittweise Legalisierung in vielen Ländern im Gange ist.

16Kann ich an klinischen Studien zu PAT in Österreich teilnehmen? Wo finde ich aktuelle Studien?

Ja, in Österreich gibt es prinzipiell die Möglichkeiten zur Teilnahme an klinischen Studien zu Psychedelika-Therapie, insbesondere mit Psilocybin oder Ketamin. Aktuell laufen oder sind in Planung mehrere Studien an Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen, die die Wirksamkeit und Sicherheit von psychedelischen Substanzen bei verschiedenen psychischen Erkrankungen untersuchen. Die Teilnahme ist kostenlos und erfordert eine sorgfältige Eignungsprüfung.

Alternativen & Handlungsoptionen
17Was kann ich als Betroffener tun, da PAT in Österreich noch nicht verfügbar ist?

Da Psychedelika-assistierte Therapie (PAT) in Österreich für Sie aktuell nicht zugänglich ist, gibt es evidenzbasierte Alternativen und Schritte, die Sie gemeinsam mit Ihrer Fachärzt:in für Psychiatrie oder Psychotherapeut:in besprechen können. Hier sind Optionen, die legal, sicher und wirksam sind:

1. Aktuelle Therapieoptionen bei psychischen Erkrankungen

Etablierte Therapien können oft ähnlich wirksam sein – besonders in Kombination:

Psychotherapie:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) – besonders wirksam bei Depressionen, Angststörungen und PTBS.
  • Traumatherapie (z. B. Narrative Expositionstherapie, EMDR oder traumafokussierte KVT) – Goldstandard bei PTBS.
  • Schematherapie oder andere Formen der Psychotherapie – hilfreich bei chronischen oder komplexen Störungen.
  • Achtsamkeitsbasierte Therapien (z. B. ACT) sowie achtsamkeits- und mitgefühlsbasierte Kursprogramme (z. B. MBSR, MBCT oder MSC) können Rumination (Grübeln) reduzieren und die psychologische Flexibilität fördern.

Medikamentöse Therapien:

  • Antidepressiva (z. B. SSRIs, SNRIs) – wirksam bei Depressionen und Angststörungen.
  • Esketamin (Spravato®) – einziges in Österreich zugelassenes (atypisches) Psychedelikum (als Nasenspray für therapieresistente Depression).
  • Stimmungsstabilisierer (z. B. Lamotrigin, Quetiapin) – bei bipolaren Störungen oder TRD.
  • Benzodiazepine (kurzfristig) – bei akuten Angstzuständen (aber nicht für Langzeitanwendung).

Kombinationstherapien:

  • Psychotherapie + Medikamente zeigen oft bessere Ergebnisse als Monotherapien.
  • Neuere Ansätze wie rTMS (repetitive transkranielle Magnetstimulation) – wirksam bei therapieresistenter Depression.

2. Spezialisierte Behandlungszentren aufsuchen

Einige Kliniken und Ambulanzen in Österreich bieten innovative Therapieansätze an:

Universitätskliniken für Psychiatrie:

  • Medizinische Universität Wien (z. B. Ambulanz für Affektive Störungen).
  • Universitätsklinik Innsbruck (z. B. Spezialambulanz für Therapieresistente Depression).
  • Klinik Ottakring (Wien) – Ketamin-Therapie (Spravato®) für TRD.
  • Pro Mente Austria – ambulante und stationäre Psychotherapie mit Fokus auf komplexe Störungen.

Spezialisierte Psychotherapie-Praxen:

  • Traumatherapie-Zentren (z. B. Traumahilfe Wien).
  • Ambulanzen für Suchterkrankungen (z. B. Anton-Proksch-Institut, Wien).

3. Teilnahme an klinischen Studien prüfen

Falls Sie eine therapieresistente Depression oder andere Erkrankung haben, könnte eine Teilnahme an einer Psychedelika-Studie eine Option sein.

Aktuelle (Juni 2026) Studien in Österreich:

  • Psilocybin bei TRD (Medizinische Universität Wien)
  • Psilocybin bei TRD (LKH Graz).
  • Voraussetzung: Sorgfältige Eignungsprüfung durch die Studienleitung.

4. Selbstfürsorge und unterstützende Maßnahmen

Psychoedukation:

  • Bücher wie „Das Trauma in dir“ (Bessel van der Kolk) oder „Das Kind in dir muss Heimat finden“ (Stefanie Stahl) können helfen, Trauma und Emotionen besser zu verstehen.

Achtsamkeit & Meditation:

  • Evidenzbasierte achtsamkeits- und mitgefühlsbasierte Programme (z. B. MBSR, MBCT oder MSC) können den Umgang mit Stress, Depressionen, Angst, Grübeln und schwierigen Emotionen fördern. Ergänzend können Meditations-Apps sowie lokale Achtsamkeits- oder Meditationsgruppen den Einstieg und die regelmäßige Praxis unterstützen.

Bewegung & Ernährung:

  • Regelmäßige Bewegung (z. B. Yoga, Spaziergänge in der Natur) wirkt antidepressiv.

Soziale Unterstützung:

  • Selbsthilfegruppen (z. B. Depressionshilfe Österreich, PTBS-Selbsthilfe).
  • Angehörigenberatung (z. B. über Pro Mente Austria).

5. Politische und gesellschaftliche Unterstützung

Falls Sie PAT in Österreich vorantreiben möchten:

Unterstützung von Fachgesellschaften:

  • APSTA (Association for Psychedelic Science & Therapy Austria) – setzt sich für die Aufklärung, Forschung und Zulassung von PAT ein.

Wichtige Warnung: Was Sie NICHT tun sollten

Keine Selbstexperimente mit Psychedelika!

  • Illegale Substanzen (z. B. Psilocybin, LSD, MDMA) sind in Österreich nicht für die Selbstanwendung zugelassen.
  • Risiken: Psychosen, HPPD, akute Angstzustände, rechtliche Konsequenzen.
  • Keine Kontrolle über Dosierung, Reinheit oder Setting → hohe Gefahr von Nebenwirkungen.

Keine Eigenbehandlung ohne ärztliche Aufsicht!

  • Auch Ketamin (außer Spravato®) oder andere Substanzen dürfen nicht selbst verabreicht werden.
  • Falsche Dosierung oder Wechselwirkungen können lebensbedrohlich sein.

Fazit: Was Sie als Betroffene/r jetzt tun können

Sprechen Sie mit Ihrer Fachärzt:in für Psychiatrie oder Psychotherapeut:in über:

  • Aktuelle Therapieoptionen (Psychotherapie, Medikamente, Ketamin/Spravato®).
  • Überweisung an spezialisierte Zentren (z. B. Unikliniken, Traumatherapie-Ambulanzen).
  • Teilnahme an klinischen Studien
  • Nutzen Sie etablierte Therapien – viele zeigen gute Wirksamkeit, besonders in Kombination.
  • Vermeiden Sie Selbstexperimente – Sicherheit und Legalität haben oberste Priorität.

Wichtig: PAT ist kein Allheilmittel, sondern eine vielversprechende Ergänzung zu bestehenden Therapien. Bis sie in Österreich flächendeckend verfügbar ist, gibt es wirksame Alternativen – lassen Sie sich professionell beraten.

18Wo finde ich vertrauenswürdige Informationen und Erfahrungsberichte zu PAT?

Wenn Sie seriöse, wissenschaftlich fundierte Informationen und authentische Erfahrungsberichte zu Psychedelika-assistierter Therapie (PAT) suchen, sollten Sie sich an etablierte Fachgesellschaften, Forschungsinstitute und evidenzbasierte Plattformen wenden.

Diese Organisationen bieten aktuelle Studien, Leitlinien und Aufklärung zu PAT:

  • APSTA – Association for Psychedelic Science & Therapy AustriaAPSTA ist die erste österreichische Fachgesellschaft für die wissenschaftliche Erforschung und sichere Implementierung von PAT. Sie bietet Aufklärung, Vernetzung von Fachleuten und aktuelle Informationen zu rechtlichen Entwicklungen und Studien in Österreich.
  • SÄPT – Schweizerische Ärztegesellschaft für Psycholytische Therapie (Schweiz)SÄPT ist eine seit 1986 bestehende interdisziplinäre Fachgesellschaft, die sich für PAT einsetzt. Sie fördert Forschung zu psychedelischen Substanzen, bietet Weiterbildung für Ärzt*innen und Therapeut*innen zur sicheren Anwendung und unterstützt Inhaber*innen von Ausnahmebewilligungen in ihrer klinischen Praxis.
  • MIND Foundation (Deutschland)Die MIND Foundation ist eine führende europäische Organisation für Psychedelika-Forschung und -Therapie. Sie fördert klinische Studien, Ausbildungsprogramme für Therapeuten und die Implementierung von PAT in die Gesundheitsversorgung.
  • MAPS – Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies (USA)Führend in der Erforschung von MDMA-assistierter Psychotherapie (z. B. für PTBS). Bietet Studienprotokolle, Sicherheitsdaten und Therapieleitlinien.
  • Usona Institute (USA)Fokus auf Psilocybin-Forschung und therapeutische Anwendungen. Verfolgt einen Open-Science-Ansatz mit frei zugänglichen Daten und Protokollen.
  • Beckley Foundation (UK)Pionierarbeit in der Psychedelika-Forschung (z. B. Studien zu Psilocybin bei Depression) und politische Aufklärung für eine evidenzbasierte Drogenpolitik.
Gesellschaft & Stigma
19Warum hatten Psychedelika einen schlechten Ruf – und wie hat sich die Wahrnehmung in den letzten Jahren verändert?

Psychedelika wie Psilocybin, LSD oder MDMA waren über Jahrzehnte hinweg mit einem stark negativ geprägten Image behaftet, das durch politische Stigmatisierung und mediale Verzerrungen entstand. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden diese Substanzen stark mit der Hippie-Bewegung und der Anti-Kriegs-Bewegung assoziiert, was zu einer Dämonisierung durch die Politik führte. Die US-Regierung unter Richard Nixon nutzte den „War on Drugs“, um Psychedelika als gefährliche Drogen zu brandmarken – nicht aus gesundheitlichen, sondern aus politischen Gründen. Der Controlled Substances Act von 1970 stuft sie in den USA als „Schedule I“-Drogen ein, was die Forschung für Jahrzehnte blockierte. Sensationsberichte in den Medien über „Horror-Trips“, Psychosen und Suizide verstärkten das negative Bild. Zudem wurden Psychedelika mit Drogenmissbrauch gleichgesetzt, ohne zwischen Freizeitkonsum und therapeutischer Anwendung zu unterscheiden.

In den letzten Jahren hat sich die Wahrnehmung jedoch gewandelt. Eine wissenschaftliche „Renaissance“ begann ab den 2000er-Jahren mit bahnbrechenden Studien, die zeigten, dass Psychedelika wie Psilocybin emotional bedeutsame Erfahrungen induzieren können, die das Wohlbefinden langfristig steigern. Studien zu MDMA bei PTBS und Psilocybin bei Depressionen zeigten hohe Erfolgsraten und rasche, teilweise anhaltende Verbesserungen. Neurobiologische Erkenntnisse zeigten, dass Psychedelika die Neuroplastizität fördern und die Überaktivität des Default Mode Network reduzieren, einem Schlüsselmechanismus bei Depressionen und Angststörungen. Zudem wurde festgestellt, dass sie kein relevantes Abhängigkeitspotenzial haben.

Medizinische Zulassungen und regulatorische Fortschritte haben ebenfalls zur Veränderung der Wahrnehmung beigetragen. Die FDA bezeichnete MDMA 2017 als „Breakthrough Therapy“ für PTBS, und Länder wie Australien, die Schweiz und Deutschland haben in den letzten Jahren reguläre Zugangswege für PAT geschaffen. Medien und öffentliche Aufklärung haben ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt. Dokumentationen wie „How to Change Your Mind“ von Michael Pollan und Berichte in renommierten Medien wie „The New York Times“, „Der Spiegel“ oder in Österreich „Der Standard“ haben die therapeutischen Potenziale von Psychedelika einem breiten Publikum nähergebracht.

Auch die gesamtgesellschaftliche Wahrnehmung hat sich gewandelt. Immer mehr Psychiater und Psychotherapeuten setzen sich für PAT ein, und Fachgesellschaften wie APSTA in Österreich oder die MIND Foundation in Deutschland fördern die Aufklärung und Implementierung. Politisch gibt es Fortschritte, etwa die Entkriminalisierung von Psilocybin in Städten wie Denver oder Oakland in den USA. Persönliche Erfahrungsberichte und die offene Diskussion durch Prominente haben ebenfalls dazu beigetragen, die Akzeptanz zu erhöhen.

Heute werden Psychedelika zunehmend als vielversprechende Therapieoption für therapieresistente psychische Erkrankungen anerkannt. Die Wissenschaft zeigt bisher, dass PAT sicher und wirksam ist, wenn sie kontrolliert und professionell eingesetzt wird. Die gesellschaftliche Wahrnehmung hat sich von Angst und Ablehnung hin zu Neugier und Hoffnung gewandelt. Dennoch gibt es noch Vorurteile und rechtliche Hürden, die überwunden werden müssen, bis PAT flächendeckend verfügbar ist. Diese medialen und gesellschaftlichen Veränderungen haben auch zu einer überhöhten Erwartung geführt. Derzeit besteht ein regelrechter Hype. Mediale Berichte von „Wundermittel“ und einem „Reset-Knopf für das Gehirn“ sind stark überzogen und entsprechen nicht der wissenschaftlichen Evidenz. Es sollte auf eine realistische Einschätzung der Wirksamkeit und des Risikos geachtet werden.

20Welche wichtigen Fragen sind im Zusammenhang mit Psychedelika-assistierten Therapie (PAT) offen?

Langzeitwirksamkeit und Nachhaltigkeit

Wie lange halten die potenziellen Effekte an? Bisherige Studien zeigen Wochen bis Monate anhaltende Verbesserungen, aber naturgemäß fehlen noch Langzeitdaten zu Rückfällen oder der Notwendigkeit von Auffrischungssitzungen

Brauchen Patient*innen regelmäßige Wiederholungen? Unklar ist, ob und wie oft „Booster“-Sitzungen nötig sind, um einen möglichen Effekt aufrechtzuerhalten.

Mechanismen der Wirkung

Wie genau wirken Psychedelika im Gehirn? Die neuronale Plastizität (z. B. durch Serotonin-2A-Rezeptor-Aktivierung) und die Entkopplung des Default Mode Network (DMN) gelten als zentrale Mechanismen – doch wie diese genau zu therapeutischen Effekten führen, ist nicht hinreichend geklärt.

Welche Rolle spielt das „mystische Erlebnis“ bzw. eine emotionale Durchbruchs-Erfahrung? Viele Studien betonen die Bedeutung tiefgreifender psychologischer Erfahrungen während der Sitzungen – doch ist dies ein notwendiger Faktor für den Erfolg oder nur ein Begleiteffekt?

Sicherheit und Risikomanagement

Welche Langzeitnebenwirkungen gibt es? Akute Nebenwirkungen (z. B. Angst, Übelkeit) sind gut dokumentiert, aber seltene Spätfolgen wie Halluzinogen-persistierende Wahrnehmungsstörung (HPPD) oder psychotische Episoden bedürfen weiterer Forschung.

Die Wahrscheinlichkeit herausfordernder Erfahrungen („Bad Trips“) hängt stark von „Set“ (innerer Zustand der Patient:in) und „Setting“ (therapeutische Umgebung) ab. Obwohl diese Faktoren als entscheidend gelten, fehlen bisher standardisierte Protokolle, um negative Erfahrungen zuverlässig zu vermeiden. Hier sind individuelle Vorbereitung, Begleitung und Nachsorge entscheidend.

Psychedelika können Symptome einer zugrundeliegenden psychischen Erkrankung vorübergehend verschlimmern. Risiko- und Schutzmechanismen dafür sind unzureichend erforscht. Auch ist der Zusammenhang mit Suizidalität widersprüchlich. Diesbezüglich besteht weiterer Forschungsbedarf.

Psychedelika erhöhen die Suggestibilität und können Abwehrmechanismen reduzieren, was das Risiko für Machtmissbrauch durch Therapeut*innen birgt. Obwohl ethische Richtlinien und Supervision existieren, fehlt es an empirischen Studien, die konkrete Schutzmechanismen (z. B. Patient*innen-Ombudsstellen, unabhängige Kontrollen) evaluieren. Forschungsbedarf besteht, um Präventionsstrategien zu entwickeln und Missbrauchssysteme zu identifizieren.

Indikationen und Personalisierung

Für welche Störungen ist PAT am wirksamsten? Die Evidenz ist aktuell am stärksten für Depression, PTBS und Suchterkrankungen – doch wie sieht es bei Angststörungen, Zwangsstörungen oder Essstörungen aus? Erste Studien deuten auf Potenzial hin, aber große, kontrollierte Untersuchungen fehlen.

Wer profitiert von PAT und wer nicht? Kontraindikationen (z. B. Psychose-Risiko, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen) sind bekannt, aber es gibt bislang keine klaren Biomarker oder psychologischen Tests, um im Vorfeld zu bestimmen, wer auf PAT anspricht und wer nicht.

Optimale Therapieprotokolle

Welche Rolle spielt die Psychotherapie? Dem aktuellen Forschungsstand zufolge, ist eine begleitende Psychotherapie wesentlich für die Wirksamkeit und Sicherheit der PAT. Die meisten Studien kombinieren Psychedelika mit einer Art therapeutischer Begleitung. Aber wie soll diese Begleittherapie aussehen?Kann dabei einfach auf derzeit etablierte –psychotherapeutische Ansätze zurückgegriffen werdenoder müssen sich diese an die neue Herausforderung anpassen? Braucht es gar eine eigene psychedelische Therapie?

Rechtliche und praktische Implementierung

Wie kann PAT in das Gesundheitssystem integriert werden? In einigen Ländern (z. B. USA, Australien) gibt es bereits Anwendungsmöglichkeiten für MDMA (PTBS) und Psilocybin (Depression), doch fehlen in vielen Regionen regulatorische Rahmenbedingungen, Ausbildungsstandards für Therapeut*innen und Kostenerstattungsmodelle.

Wie lässt sich der Zugang gerecht gestalten? PAT ist teuer und aufwendig – wie kann verhindert werden, dass sie nur einer privilegierten Minderheit zugutekommt?

Kulturelle und ethische Fragen

Wie geht unsere Gesellschaft mit traditionellem Wissen um? Psychedelika werden seit Jahrtausenden in indigenen Kontexten genutzt – wie kann eine kulturell sensible und respektvolle Integration in die moderne Medizin gelingen?

Wie sieht es mit dem Einsatz von Psychedelika jenseits von psychischen Indikationen aus? Gibt es Potenzial für Persönlichkeitsentwicklung, Kreativitätsförderung oder bei nicht krankheitswertigen existenziellen Fragen– und wenn ja, wie sollte dies reguliert werden?

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Wichtiger Hinweis: APSTA stellt diese Liste als Mitgliederverzeichnis zur Verfügung. APSTA gibt für die angebotenen Tätigkeiten keine Qualitätskriterien vor und übernimmt keine Haftung. Es werden keine psychedelischen Substanzen angeboten oder verabreicht. Die Auswahl und Inanspruchnahme erfolgt in eigener Verantwortung.

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