Ethische Grundsätze der APSTA Association for Psychedelic Science & Therapy Austria

Die folgenden ethischen Grundsätze wurden entwickelt, um ein gemeinsames ethisches Verständnis und eine einheitliche Haltung für die Mitglieder der APSTA Association for Psychedelic Science & Therapy Austria zu fördern. Der Verein, der seinen Sitz in Wien hat, dient der Vernetzung von Professionist:innen in Österreich sowie dem internationalen Netzwerk. Diese Prinzipien sollen Ärzt:innen, Wissenschaftler:innen, Therapeut:innen und Psycholog:innen als Leitfaden dienen und sie in ihrer professionellen Praxis unterstützen.

Die Diskussion ethischer Fragen und die Auseinandersetzung mit Dilemmata sind für uns von zentraler Bedeutung. Eine einfache Auflistung von Prinzipien ist rasch gemacht, doch eine tiefgehende ethische Reflexion ist ein fortlaufender Prozess, der Offenheit, Geduld und kontinuierliche Selbstreflexion erfordert. Es ist notwendig, dass unsere ethische Haltung regelmäßig durch Supervision, Intervision und Selbsterfahrung überprüft und gestärkt wird.

Historische und philosophische Grundlagen

Die folgenden ethischen Grundsätze wurden entwickelt, um ein gemeinsames ethisches Verständnis und eine einheitliche Haltung für die Mitglieder der APSTA Association for Psychedelic Science & Therapy Austria zu fördern. Der Verein, der seinen Sitz in Wien hat, dient der Vernetzung von Professionist:innen in Österreich sowie dem internationalen Netzwerk. Diese Prinzipien sollen Ärzt:innen, Wissenschaftler:innen, Therapeut:innen und Psycholog:innen als Leitfaden dienen und sie in ihrer professionellen Praxis unterstützen.

Die Diskussion ethischer Fragen und die Auseinandersetzung mit Dilemmata sind für uns von zentraler Bedeutung. Eine einfache Auflistung von Prinzipien ist rasch gemacht, doch eine tiefgehende ethische Reflexion ist ein fortlaufender Prozess, der Offenheit, Geduld und kontinuierliche Selbstreflexion erfordert. Es ist notwendig, dass unsere ethische Haltung regelmäßig durch Supervision, Intervision und Selbsterfahrung überprüft und gestärkt wird.

Ethische Prinzipien in der Medizin und Psychotherapie

Die medizinische Ethik basiert auf fundamentalen Prinzipien wie dem Wohlergehen des Menschen, dem Verbot zu schaden („Primum nihil nocere“), der Autonomie und der Wahrung der Menschenwürde. Diese Prinzipien sind besonders relevant in der Psychotherapie, wo die therapeutische Beziehung eine ethische Dimension hat. Dabei muss stets der Respekt vor der Selbstbestimmung der Patient:innen gewahrt bleiben.

In der psychedelischen und psycholytischen Psychotherapie ist es von besonderer Bedeutung, diese ethischen Grundsätze zu berücksichtigen. Die Anwendung psychoaktiver Substanzen wie LSD, Psilocybin und MDMA erfordert eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiken, wobei die Sicherheit und das Wohlergehen der Patient:innen immer im Vordergrund stehen müssen. Zudem sind die rechtlichen Rahmenbedingungen und die wissenschaftliche Evidenzbasis zu beachten.

Ethische Verantwortung und therapeutische Beziehung

Die therapeutische Beziehung ist durch Vertrauen, Respekt und Empathie gekennzeichnet. Es ist die Verantwortung der Therapeut:innen, eine einfühlsame und unterstützende Umgebung zu schaffen, in der Patient:innen neue Beziehungserfahrungen machen und frühere Konflikte bearbeiten können. Diese Beziehung muss frei von Machtmissbrauch, Manipulation und anderen Formen unethischen Verhaltens sein.

Eine klare, informierte Zustimmung der Patient:innen ist Voraussetzung für jede therapeutische Intervention. Therapeut:innen müssen sicherstellen, dass die Patient:innen umfassend über die angewandten Methoden, die Therapieziele und mögliche Risiken informiert sind. Eine transparente Kommunikation ist unerlässlich, um ein Vertrauensverhältnis zu fördern und die Autonomie der Patient:innen zu respektieren.

Ethische Herausforderungen in der psychedelischen Psychotherapie

Die Arbeit mit Psychedelika in der Therapie erfordert eine hohe ethische Bewusstheit und besondere Sorgfalt. Die durch diese Substanzen hervorgerufenen veränderten Bewusstseinszustände machen Patient:innen oft besonders sensibel und vulnerabel. Therapeut:innen müssen daher über ausreichende Erfahrung, Reife und Kompetenz verfügen, um diesen Prozess sicher und respektvoll zu begleiten.

Ein zentrales ethisches Anliegen ist die Wahrung der Integrität der Patient:innen, insbesondere in Bezug auf körperliche Berührungen, das Abstinenzgebot sowie Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene. Therapeut:innen müssen stets das Wohl der Patient:innen im Blick behalten und sich der eigenen Grenzen bewusst sein. Supervision und Intervision spielen hier eine entscheidende Rolle.

Besondere ethische Überlegungen in der psychedelischen Forschung

Forschung im Bereich psychedelischer Substanzen erfordert eine besonders sorgfältige ethische Reflexion. Studien müssen so konzipiert sein, dass sie den höchsten wissenschaftlichen und ethischen Standards entsprechen. Dies schließt die informierte Einwilligung der Teilnehmenden, den Schutz ihrer Privatsphäre und die Minimierung von Risiken ein. Forscher:innen tragen eine besondere Verantwortung, die gesellschaftlichen Implikationen ihrer Arbeit zu berücksichtigen und ihre Erkenntnisse in einem ethisch verantwortlichen Rahmen zu verbreiten.

Schlussbemerkung

Die hier dargelegten ethischen Grundsätze sollen als Orientierung dienen und einen Rahmen für die professionelle Praxis in der psychedelischen Forschung und Therapie bieten. Sie erfordern eine kontinuierliche Reflexion und Anpassung, um den hohen ethischen Standards gerecht zu werden, die für die Arbeit mit diesen besonderen Methoden notwendig sind.

Wien, 1. September 2024
APSTA Association for Psychedelic Science & Therapy Austria